Nationale Abschottung in einer vernetzten Welt
Die heutige Welt steht vor einem Paradox: Während Digitalisierung und Globalisierung Grenzen zwischen Staaten durchlässiger machen als je zuvor, erleben wir gleichzeitig eine Renaissance des Nationalismus. Regierungen ziehen sich hinter protektionistische Mauern zurück, schotten Märkte ab und betonen Souveränität – oft mit einer Rhetorik der Konfrontation. Doch was passiert, wenn diese Spannungen so weit eskalieren, dass Krieg als letztes Mittel erscheint? Und wie hängt diese Entwicklung mit dem digitalen Zeitalter zusammen?
Die Illusion der Entgrenzung
Die digitale Revolution sollte eigentlich eine Ära globaler Vernetzung einläuten – eine Welt, in der Daten, Ideen und Kooperationen ungehindert fließen. Doch statt einer harmonischen „globalen Gemeinschaft“ sehen wir heute das Gegenteil: Staaten nutzen die gleiche Technologie, um sich abzuschotten. China baut eine „Great Firewall“, Europa ringt um Datensouveränität, und selbst demokratische Länder setzen auf digitale Barrieren, um ihre Bürger vor ausländischer Einflussnahme zu schützen.
Diese Entwicklung ist eine direkte Reaktion auf die Überforderung durch die Globalisierung.
FUTUR III warnt seit nun 10 Jahren vor der Wiederholung des Gramsci Musters, das schon die alten Griechen zu spüren bekamen:
"Die alte Welt liegt im Sterben, die neue Welt ist noch nicht geistig verstanden und gestaltet. Das ist die Zeit der Monster.’
Die offenen, sozial destruktiven Flanken der digitalen Welt wie Desinformation, Cyberangriffe, wirtschaftliche Abhängigkeiten – führen nicht zu mehr Zusammenarbeit, sondern zu Misstrauen und Abschottung.
Was fehlt ist ein gemeinsames Konzept mit den berühmten 6 Ws.
- Wozu der digitale Wandel? Liste der Optionen, aber auch Risiken für bestehende und zukünftige Aufgaben (Sinn)
- Wie soll die Digitalisierung auf das Soziale wirken und wie eben nicht (besonders, wem gehören sozial sinnvoll die Kommunikationsplattformen, da Kommunikation Gesellschaft ist)
- Was soll digitalisiert werden, und was bewusst nicht
- Wo wird digitalisiert, wo bewusst nicht
- Wann wird digital kommuniziert und wann nicht
- Wer (Macht, Ressourcen) digitalisiert und wer bewusst nicht.
Wir wissen zwar, dass diese Fragen notwendig sind, um Handlung vollständig zu begründen. Doch wer führt diese Transformation der Gesellschaften?
Während in den USA das nun wie im Mittelalter top down getrieben wird, verursacht Europa durch ihre passive Aggressivität im Zuständigkeitsspiel: 1-2-3, wer hat den Ball. Motivation (Wollen) und Kompetenz (Können) fehlt. Grob fahrlässig nach 20 Jahren Web 2.0 und klären Warnungen.
Kaum einer war deutlicher als Prof. Peter Kruse, der überraschend und viel zu jung verstarb.
Hier eine Erinnerung: https://youtu.be/6HrPALQ73ts?si=-eeykGU2qq4K0zWt
Seine Nachricht, die Verschiebung der Macht, das sahen wir bei jedem Mediumwandel:
- Buchdruck → 1. Aufklärung in Revolution, Bürgerkrieg oder Reform („Revolution von oben“)
- Funk → 2. Weltkrieg durch Macht über Sinn (Italien, Spanien, Deutschland)
- Digitalisierung: ? (Wiederholung der 1984 Muster in Russland, Argentinien, USA, u.a.).
Die Rückkehr der Machtpolitik (Mittelalter)
In dieser Atmosphäre des Misstrauens gewinnen klassische Machtinstrumente wieder an Bedeutung. Wirtschaftssanktionen, Handelskriege und militärische Drohgebärden ersetzen zunehmend die Diplomatie. Länder wie Russland, China und die USA setzen auf Stärke statt auf Kooperation, während selbst die EU, einst Vorreiter der friedlichen Integration, sich mit Rüstungsexporten und Verteidigungsbündnissen neu positioniert.
Wozu spendete Rheinmetall z.B. für Trump?
Das Problem: In einer Welt, die wirtschaftlich und technologisch so verflochten ist wie nie zuvor, ist ein Rückfall in die Machtpolitik gefährlicher denn je.
Ein regionaler Konflikt kann und wird heute durch Cyberangriffe, Lieferkettenkrisen und Finanzmarktpanik sofort globale Auswirkungen haben.
Krieg als vermeintlicher Ausweg?
Wenn alle anderen Mittel versagen, scheint Krieg für einige Regierungen die einzige Option zu sein – sei es zur Durchsetzung geopolitischer Interessen, zur Ablenkung von inneren Krisen oder als ultimative Machtdemonstration.
Doch die Vorstellung, dass ein begrenzter Krieg heute noch kontrollierbar wäre, ist eine Illusion.
- Hybride Kriegsführung macht Konflikte unberechenbar – Cyberangriffe, Drohnen und Propaganda kennen keine klaren Fronten.
- Wirtschaftliche Vernetzung bedeutet, dass jeder Krieg sofort globale Krisen auslöst – siehe die Folgen des Ukraine-Kriegs für Energie- und Nahrungsmittelpreise.
- Die Gefahr einer nuklearen Eskalation bleibt real – selbst wenn sie nicht intendiert ist. Zur Vertiefung: Giddens Entgrenzte Welt. Dort finden sich die Kybernetik des Krieges, durch zunehmende totalitärer Macht sowie die Kybernetik der Nachknappheit und Friedens durch entgrenzte Demokratie
Fazit: Vernetzung statt Abschottung
Die Lösung kann nicht in noch mehr nationaler Abschirmung liegen, sondern nur in einer neuen Form der Kooperation.
Die digitale Welt braucht keine neuen Grenzen, sondern klare Spielregeln – für Datenschutz, gegen Desinformation, für faire wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Krieg ist keine Lösung, sondern ein Zeichen des Scheiterns. Immer.
Statt in alte Machtspiele zurückzufallen, sollten Staaten lernen, die Vernetzung als Chance zu nutzen – für Diplomatie, Krisenprävention und eine stabile internationale Ordnung.
Denn in einer Welt, die so eng verflochten ist wie unsere, gibt es keine isolierten Konflikte mehr – nur noch gemeinsame Risiken.
Doch ist uns bewusst, dass wir zwar für den Krieg eine förderliche Philosophie zur Basis der westlichen Gesellschaft zumindest schweigend mittragen und unsere Governance den Geist des Friedens, der sozialen Harmonie 1933 nachhaltig entfernt hat?
Wann wird uns sozial bewusst, dass unser Geist nicht nur Wirklichkeit zu erkennen glaubt (Kant= ICH Geist, Wettbewerb, Du oder ICH), sondern dass wir mit unserem Geist, in fairer sozialer Kommunikation unsere Wirklichkeit auch für die Zukunft konstruieren können (Hegel = soziale Sinn-Konstruktion, WIR Meditation).
Das Schaubild macht auf einen Blick deutlich, dass es Kant (oberes Dreieck=Wirklichkeit) und dazu als Hierarchie auf den Kopf gestellt, nicht sein kann. Es muss durch ein inneres Dreieck des Geistes ergänzt, kompensiert werden. So wie es FUTUR III auf Anregung systemischer Gelehrter machte, und damit Wandlung durch Verbindung friedlich statt konfligierender Überordnung mit Eskalationen bis zum Krieg durch eine Funktion möglich macht.
Auf der FUTUR III Finca bilden wir in Master Class Kursen für Partner Organisationen die Kompensation des ICH Bewusstseins durch eine sozialen Lern- und Gestaltungsfunktion an. Für Einzelpersonen, in Paartherapie, Abteilungsoptimierungen und für soziale Systeme auf allen Ebenen (Kommune, Land, Bund und darüber)